Die School of Nonviolence in Nepal

Für eine Kultur der Empathie und des Dialogs

for English scroll down

Die School of Nonviolence in Nepal ist eine Bewegung, die überzeugt ist: Gesellschaftlicher Wandel beginnt mit der Art, wie wir miteinander sprechen. Seit 2009 bringen engagierte Lehrkräfte, Studierende und Aktivist:innen die Haltung und Werkzeuge der Gewaltfreien Kommunikation in Schulen, Familien und Gemeinschaften – und damit mehr Empathie, Respekt und emotionale Sicherheit in den Alltag.

Gewaltfreie Kommunikation – entwickelt von Marshall B. Rosenberg – unterstützt Menschen darin, Gefühle und Bedürfnisse klar auszudrücken und gleichzeitig empathisch zuzuhören. Ziel ist nicht, „nett“ zu sein, sondern aufrichtig, klar und verbindend zu kommunizieren, sodass Konflikte ohne Schuldzuweisungen gelöst werden können.

Genau hier setzt die School of Nonviolence an: Sie schafft Lernräume, in denen Menschen sich selbst und andere besser verstehen. In Schulen ersetzt connection before correction alte Muster von Strafe und Autorität. Kinder erleben Wertschätzung statt Angst. Lehrkräfte entdecken neue Wege der Führung. Eltern lernen, Beziehungen ohne Drohungen und Druck zu gestalten.

Ob in Trainings zu emotionaler Intelligenz, in Programmen für Schüler:innen oder in der Begleitung von Frauen- und Jugendgruppen – überall geht es um denselben Kern: Frieden ist eine Fähigkeit, die wir üben können. Schritt für Schritt. Gespräch für Gespräch.

Initiiert wurde die Bewegung in Nepal vom Lehrer und Trainer Sri Ram Timilsina, der von 2017 bis 2019 an internationalen Trainings in Gewaltfreier Kommunikation auf Bali teilnahm. Heute bildet die School of Nonviolence eigene Trainer:innen aus. Den Auftakt bilden zwei jeweils dreitägige Lehrgänge. Danach setzen die Teilnehmenden das Gelernte über einen Zeitraum von sechs Monaten in der Praxis um – als Assistenz-Trainer:innen an Schulen oder in ihren Gemeinden. Nach dem Abschlusstraining wird gefeiert. Und, wie Sri Ram sagt: „Dann beginnt die tiefste Form des Lernens – das Unterrichten.“

Mittlerweile hat die Bewegung über 1.200 Schulen und Gruppen in mehreren Landesteilen erreicht. Sie wächst nicht durch große Budgets, sondern durch Vertrauen, Freiwilligkeit und die Überzeugung, dass jede Begegnung zählt.

Finanziert wird die Arbeit vor allem aus eigenen Kräften in Nepal: Die Trainer:innen investieren einen Teil ihrer Honorare zurück in die Programme. Privatschulen übernehmen teils die Kosten für benachbarte öffentliche Schulen. Doch nicht alle Einrichtungen können ein vollständiges Training stemmen. Und besonders die Ausbildung neuer Trainer:innen ist kostenintensiv.

Darum ist Deine Mitwirkung herzlich willkommen! Die School of Nonviolence setzt sie sehr bewusst ein: Externe Mittel dienen nur dazu, Lücken zu schließen, nicht Abhängigkeiten zu schaffen. Die Stärke der Bewegung bleibt in Nepal verwurzelt.

Überweise Deine Unterstützung bitte auf das Konto
IBAN: DE81 6739 0000 0086 0243 06
BIC: GENODE61WTH
Begünstigter: EcoHimal e.V.
Verwendungszweck: School of Nonviolence

Konkret: An 20 Schulen finden monatlich Workshops für soziales Lernen und Gewaltfreiheit statt. Die Kosten je Schule betragen für ein ganzes Jahr 610 Euro.
Die Ausbildung von 20 Trainer:innen – mit drei Workshops und Praxisphasen – kostet 1.400 Euro.

Alle Mitarbeiter:innen des Vereins EcoHimal sind ehrenamtlich tätig. Jeder Beitrag fließt zu hundert Prozent in das Projekt.

Herzlichen Dank für Deine Mitwirkung!

EcoHimal
Gesellschaft für interkulturelle Zusammenarbeit e.V.
Dr. Hofmannstraße 25
97980 Bad Mergentheim
www.eco-himal.de

Sri Ram Timilsina erzählt: „Die meisten Jugendlichen geben an, dass sie Schwierigkeiten haben, mit sich selbst in Kontakt zu kommen, dass sie Albträume haben und Schlafstörungen, ein Gefühl der Leere verspüren. Gewaltfreie Kommunikation verringert die Ängste: Die Schüler:innen beginnen, sich offener zu äußern, aufmerksamer zuzuhören und die Menschlichkeit des anderen auf neue Weise anzuerkennen.“
Domino-Effekt: Wie wirkt sich meine Handlung auf eine andere Person aus? Wie auf die gesamte Gruppe? Wo und wie kann ich in diesem Prozess eingreifen? Diese Gruppenübung vermittelt den Schüler:innen ein Gefühl dafür, wie sehr alle Menschen miteinander verbunden sind und wie jede:r – auch in schwierigen Zeiten – bewusste Entscheidungen treffen kann, wenn man sich über seine Rolle und die Auswirkungen seiner Handlungen im Klaren ist.
Sri Ram Timilsina: „Oft begegne ich Isolation, digitaler Überforderung und emotionaler Taubheit. Es macht mich traurig, jungen Menschen zu begegnen, die die Verbindung zu ihrem Herzen verloren haben. Doch jedes Mal, wenn ich ein Klassenzimmer oder einen Seminarraum betrete, beginnt sich etwas in mir zu verändern. Wenn auch nur eine Person weicher wird, vor einer Reaktion innehält und zu reflektieren beginnt, oder den Mut findet, sich mit den eigenen Bedürfnissen zu verbinden, erneuert das mein Vertrauen – immer wieder.“

Sri Ram Timilsina erzählt von einem Kurs mit Menschen, deren Leben geprägt ist vom gewaltsamen Konflikt zwischen der Regierung Nepals und der militanten maoistischen Volksarme (1996 bis 2006):
„Die Geschichten, die die Überlebenden der Gewalt teilten, waren brutal und ehrlich. Durch die gewaltfreie Kommunikation erkundeten wir die Bedürfnisse, die unter dem Schmerz lagen, den sie jahrelang nicht ausgesprochen hatten: die Belastungen während und nach der Zeit der Gewalt und die Trauer über ihre zerbrochenen Hoffnungen. Durch verbindende Übungen, Selbstreflexion und Rollenspiele entstanden Schritt für Schritt Klarheit, Möglichkeiten, Verantwortung, Hoffnung und neue Entschlossenheit.
Ein bemerkenswerter Wandel wurde sichtbar: von Reaktion zu Reflexion, von Schuldzuweisung zu Selbstverantwortung, vom Warten auf Veränderung zum Entschluss, sie selbst zu gestalten, von Isolation zu einem Gefühl der Zugehörigkeit. Die Teilnehmer:innen haben eine aktive Hoffnung gewonnen – nicht die passive „irgendwann-Hoffnung“. Sie entwickelten kraftvolle, realistische Aktionspläne: als Gemeinschaft zusammenrücken, offen über Bedürfnisse sprechen, emotionalen Halt aufbauen, einander beim Kompetenzerwerb und beim Lebensunterhalt unterstützen, Institutionen ansprechen, klare Bitten als Team formulieren  – und bei Bedarf gewaltfreien Protest auf den Weg bringen.“

Sri Ram Timilsina