Sturz der Regierung – und dann?

Von Peter Dietzel

In den vergangenen Jahren haben Massenproteste in zahlreichen Ländern zum Sturz von Regierungen geführt. Doch welche Auslöser treiben solche Bewegungen an? Wie verlaufen sie – gewaltfrei oder gewaltsam? Welche Rolle spielen Zivilgesellschaft und Militär? Und vor allem: was folgt auf den Umbruch? Wer füllt das entstehende Machtvakuum – und gelingt es, die strukturellen Ursachen der Proteste nachhaltig zu überwinden?
Der folgende Beitrag analysiert diese Fragen anhand zentraler Fälle der jüngeren Zeit: Tunesien, Ägypten, Sudan, Algerien, Sri Lanka, Bangladesch und Nepal. Dabei geht es nicht nur um den Sturz politischer Führungen, sondern um die entscheidende Phase danach – den konflikthaften Weg zwischen Systembruch, Rückschritt und Reform.

Wandgemälde in Dhaka, 2024. Foto: Peter Dietzel (creative commons)

Tunesien (2010/11)

Die tunesische Revolution begann nach der Selbstverbrennung des Gemüsehändlers Mohamed Bouazizi – nach der Beschlagnahmung seiner Waren – am 17. Dezember 2010 in Sidi Bouzid und führte am 14. Januar 2011 zur Flucht des Präsidenten Ben Ali.1 Der Triggerpunkt war also ein lokales Ereignis, das schlagartig zum Symbol für Würde, Polizeiwillkür, Arbeitslosigkeit, Korruption und regionale Ungleichheit wurde.

Aus zunächst regionalen Protesten wurde eine landesweite Revolte.2 Belastbare Prozentzahlen fehlen, doch die Ausdehnung von den Innenregionen auf die Hauptstadt Tunis und andere Städte zeigt eine nationale Mobilisierung mit sehr breiter sozialer Basis – Jugend, prekär Beschäftigte, Gewerkschafter:innen, städtische Mittelschichten.2

Die Proteste waren im Kern ziviler Widerstand, allerdings begleitet von lokalen Krawallen und Zusammenstößen. Hinsichtlich staatlicher Gewalt ist Tunesien einer der am besten dokumentierten Fälle: Die offizielle spätere Zählung nennt 129 Tote und 634 Verletzte während der Revolution.3 Das Regime hatte sich delegitimiert.

Schlüsselrolle spielte der Gewerkschaftsbund UGTT, dazu Anwaltskammern, Menschenrechtsorganisationen, regionale Aktivistennetze und eine junge, digital vernetzte Protestgeneration.4 In Tunesien war die organisierte Zivilgesellschaft stärker und kohärenter als in fast allen anderen Fällen des Arabischen Frühlings, was den späteren Transformationsvorsprung erklärt.4

Das Militär war kein revolutionärer Akteur, spielte jedoch als zurückhaltende Institution eine Schlüsselrolle, da es Ben Ali nicht rettete. Der unmittelbare Machtwechsel erfolgte durch die Flucht des Präsidenten und eine provisorische Übergangsführung.5

Nach dem Sturz folgte ein deutlicher Systemwechsel. Die Wahl zur Verfassunggebenden Versammlung im Oktober 2011 wurde von Beobachtern als von friedlicher, enthusiastischer Beteiligung, transparenten Verfahren und öffentlichem Vertrauen geprägt beschrieben.6 Später folgten eine neue Verfassung und ein echter pluralistischer Wettbewerb.

Das tunesische „Quartett für nationalen Dialog“ erhielt 2015 den Friedensnobelpreis für seinen entscheidenden Beitrag zum Aufbau einer pluralistischen Demokratie nach der Revolution. Die Vereinigung aus vier zivilgesellschaftlichen Organisationen verhinderte durch Vermittlung einen drohenden Zusammenbruch des politischen Übergangsprozesses. Das Quartett bestand aus dem Gewerkschaftsbund (UGTT), dem Arbeitgeberverband (UTICA), der Menschenrechtsliga (LTDH) und der Anwaltskammer. Nach politischen Morden und sozialen Unruhen im Sommer 2013 initiierte das Quartett einen „nationalen Dialog“, der zu einer stabilen Übergangsregierung führte. Tunesien wurde als einziges Land des „Arabischen Frühlings“ für seinen Weg der Kooperation statt Konfrontation geehrt.7

Der Transformationsprozess war real, doch seit Präsident Kais Saieds Machtkonzentration ab 2021 läuft eine autoritäre Rückentwicklung. Freedom House stuft Tunesien 2025 als „Partly Free“ ein.8 Fazit: Tunesien zeigte zunächst den klarsten Systemwechsel der Region. Verwaltung und Staat funktionsfähig, wenngleich die politische Öffnung deutlich erodiert ist. Die Gesellschaft bleibt mobilisierungsfähig, doch die institutionelle Demokratisierung verläuft in Kurven.

Ägypten (2011)

Die ägyptische Revolution lief von 25. Januar bis 11. Februar 2011. Trigger waren Polizeigewalt, Korruption, Notstandsgesetze, soziale Ungleichheit und politische Blockade, zusätzlich befeuert wurde die Bewegung durch den Erfolg Tunesiens.1

Die Rebellion war eine der größten Massenmobilisierungen der jüngeren Geschichte.2 Auf ihrem Höhepunkt versammelten sich allein in Kairo bis zu zwei Millionen Menschen. Zugleich gab es landesweite Proteste – unter anderem in Alexandria, Suez und vielen anderen Städten. Der symbolische Brennpunkt blieb der Tahrir-Platz in der Hauptstadt.2

Die Bewegung war im Kern gewaltfrei, nutzte Demonstrationen, Besetzungen, Streiks und digitale Mobilisierung. Der Staat reagierte mit massiver Gewalt. Amnesty International dokumentierte Tötungen, Massenfestnahmen, Folter und Schüsse. Für die 18 Tage der Revolution wird meist von über 800 Toten und mehreren Tausend Verletzten ausgegangen.3 Die Zahlen schwanken je nach Quelle.

Für die Mobilisierung waren die 6.-April-Jugendbewegung wichtig, das Protestbündnis Kefaya, lose digitale Netzwerke, einzelne liberale und linke Aktivist:innen, später auch die etablierte Opposition wie die Muslimbruderschaft.4 Genau darin lagen die Stärke und Schwäche zugleich: enorme Breite, doch kein gemeinsames institutionelles Projekt für eine politische Neuordnung, keine gemeinsame Strategie für eine demokratische Transformation.4

Der unmittelbare Machtwechsel folgte mit dem Rücktritt des Präsidenten Husni Mubarak am 11. Februar 2011. Das Machtvakuum füllte jedoch nicht die Straße, sondern der Supreme Council of the Armed Forces (SCAF).5 Damit war die Regierung gestürzt, doch der „tiefe Staat“ blieb intakt. Das Militär präsentierte sich als Garant der Ordnung und behielt die Schlüsselhebel.

2011/12 gab es kompetitive Wahlen. Das Carter Center beschreibt die Präsidentschaftswahl 2012 als erste wirklich offene, kompetitive Direktwahl mit ungewissem Ausgang, allerdings unter Defiziten und fortgesetzter Macht des Militärs.6 Mohamed Morsi gewann – doch der Prozess endete im Militärputsch von 2013.7 Das Regime unter Präsident Abdel Fattah al-Sisi hat Ägypten seitdem in eine Autokratie verwandelt.7 Die Regierung unterdrückt Oppositionelle, Medien und Zivilgesellschaft. Trotz wirtschaftlicher Krisen und hoher Staatsverschuldung festigt Sisi seine Herrschaft durch enge Bindung an das Militär. Freedom House beschreibt Ägypten als „Not Free“ mit praktisch ausgeschalteter Opposition.8 Ägypten gilt als Prototyp einer unvollendeten und dann rückabgewickelten Transformation.

Sudan (2018/19)

Die sudanesische Revolte (arabisch: Thawrat Disambar, deutsch: Dezember-Revolution) begann im Dezember 2018 in Atbara im Bundesstaat Nahr-an-Nil und weitete sich bis April 2019 zum Sturz des Staatspräsidenten Omar al-Bashir aus. Der anschließende Konflikt um die Übergangsordnung dauerte bis in den Sommer 2019 an.1 Auslöser waren zunächst Brotpreisexplosion, Inflation sowie eine akute Währungs- und Versorgungskrise. Sehr schnell wurden dann der sofortige Rücktritt der Regierung und das Ende von Bashirs 30-jähriger Herrschaft gefordert.2

Die Proteste waren landesweit: von Atbara über die Hauptstadt Khartum bis in zahlreiche Provinzstädte.2 Verlässliche Prozentzahlen gibt es nicht; es handelte sich jedoch über Monate um eine Massenmobilisierung in vielen urbanen Zentren, mit einem besonders wichtigen, dauerhaften Sit-in vor dem Militärhauptquartier in Khartum.3

Die Proteste, die das ganze Land politisch blockierten, waren in ihrer strategischen Selbstbeschreibung deutlich gewaltfrei organisiert: Märsche, Sit-ins, Streiks und ziviler Ungehorsam.3 Die Gewalt ging primär von den sudanesischen Sicherheitskräften aus, insbesondere von den Rapid Support Forces (RSF) und regulären Militäreinheiten unter dem Dach des Transitional Military Council (TMC). Human Rights Watch dokumentierte ab Anfang April 2019 tödliche Schüsse auf Demonstrierende.4 Im Juni 2019 folgte das sogenannte Khartum-Massaker, bei dem Sicherheitskräfte das zentrale Sit-in gewaltsam räumten. Für die gesamte Revolutionsphase kursieren unterschiedliche Zählungen; häufig wird eine Zahl von etwa 246 Todesopfern genannt, hinzu kommen Tausende Verletzte und Massenverhaftungen.4

Entscheidend für die zivilgesellschaftliche Mobilisierung waren die Sudanese Professionals Association (SPA), lokale Widerstandskomitees, Frauen- und Jugendnetzwerke sowie später das Bündnis Forces of Freedom and Change (FFC).2 Charakteristisch war die Verbindung aus berufsständischer Organisation, Nachbarschaftsstrukturen und digitaler Mobilisierung. Berichte der BBC heben zudem hervor, dass Frauen eine zentrale Rolle spielten und zu Beginn der Proteste rund 70 Prozent der Demonstrierenden stellten.5

Der unmittelbare Machtwechsel war kein ziviler Sieg über den Staat, sondern ein vom Druck der Straße erzwungener Elitenbruch: Das Militär setzte Bashir am 11. April 2019 ab, versuchte jedoch zunächst, die Macht selbst zu behalten. Erst nach weiteren Protesten und Verhandlungen kam es zu einer hybriden Übergangsordnung mit militärischen und zivilen Akteur:innen.6

Nach Bashirs Sturz füllte zunächst der Transitional Military Council das Machtvakuum. In der Folge entstand eine Übergangsarchitektur mit einem Souveränitätsrat und Premierminister Abdalla Hamdok.6 Ein echter Systemwechsel schien 2019/20 zeitweise erkennbar, etwa durch neue Übergangsinstitutionen, stärkere Sichtbarkeit ziviler Akteur:innen und Verhandlungen über Demokratisierung. Diese Öffnung wurde jedoch durch den Militärputsch von 2021 und vor allem durch den Krieg seit 2023 vorläufig zerstört, wie auch der Bertelsmann Transformation Index (BTI) betont.7 Wahlen, die den Übergang legitimieren sollten, fanden nicht statt.

Die gesellschaftlichen und staatlichen Strukturen sind derzeit extrem instabil.7 Der seit April 2023 andauernde Krieg zwischen den sudanesischen Streitkräften und den Rapid Support Forces (RSF) geht mit schweren Menschenrechtsverletzungen und schweren Gräueltaten gegen die Zivilbevölkerung einher. Die Gewalt, insbesondere in Darfur, hat eine der schwersten humanitären Krisen weltweit ausgelöst. Schätzungen zufolge sind mindestens 150.000 Menschen ums Leben gekommen, tausende Frauen wurden vergewaltigt, über 12 Millionen Menschen wurden vertrieben.8

Algerien (2019/20)

Die algerischen Proteste (arabisch Hirak, wörtlich: Die Bewegung) begannen im Februar 2019, nachdem Präsident Abdelaziz Bouteflika eine fünfte Amtszeit anstrebte. Der unmittelbare Trigger war also die Kandidatur eines gesundheitlich schwer angeschlagenen Regierungschefs, dahinter standen tiefere Ursachen: Korruption, politische Erstarrung, Ausschluss großer Teile der Gesellschaft aus politischer Mitsprache.1 Mit dem Rücktritt Bouteflikas endeten die Proteste nicht; bis zum März 2020 demonstrierten die Bürger:innen jeden Freitag für die Veränderung des gesamten politischen Systems.2

Die Proteste waren landesweit. Reuters berichtete Ende März 2019 von rund einer Million Demonstrierenden allein in der Hauptstadt Algier. Andere Schätzungen für einzelne Protest-Freitage lagen landesweit noch höher.3 Für ein Land mit rund 47 Millionen Einwohnern war dies eine außergewöhnlich breite urbane Massenmobilisierung in vielen Städten.

Der Hirak verstand sich ausdrücklich als „silmiya“ – friedlich.2 Sicherheitskräfte schossen in der akuten Phase nicht auf Demonstrierende. Doch die staatliche Repression war real: Es gab Verletzte, Festnahmen, Tränengas, Wasserwerfer und später eine systematischere strafrechtliche Verfolgung von Aktivist:innen, Journalist:innen und Oppositionellen. Gerade diese Kombination aus großer Friedlichkeit der Straße und nachgelagerter kontrollierter Repression prägt den Fall Algerien.4

Der Hirak war dezentrales Bürgerhandeln ohne ein Führungszentrum.2 Stark beteiligt waren Studierende, Anwält:innen, Journalist:innen, lokale Bürgerkomitees und viele politisch nicht fest gebundene Stadtmilieus. Die horizontale Struktur war eine Stärke für Mobilisierung, doch später eine gewisse Schwäche bei Verhandlungen über die politische Neuordnung.2

Für den Machtwechsel spielte die Armee eine zentrale Rolle. Bouteflika fiel nicht nur wegen der Straße, sondern weil das Militär seine Unterstützung entzog; er trat am 2. April 2019 zurück.5 Der personelle Machtwechsel bedeutete keinen Bruch mit dem tieferen Machtkern des Regimes: Die Armee opferte den Präsidenten, um das System zu stabilisieren.5

Das Machtvakuum füllte zunächst eine Interimsführung unter Abdelkader Bensalah. Im Dezember 2019 gewann Abdelmadjid Tebboune die Präsidentschaftswahl.6 Hier zeigte sich die Grenze des Hirak: Die Wahl hatte rund 40 Prozent offizielle Beteiligung, wurde von vielen boykottiert und galt vielen Protestierenden nicht als echter Neuanfang.6 Freedom House beschreibt Algerien weiterhin als „Not Free“; auch die neueren Wahlen sind von Restriktionen, Kandidatenfilterung und Repression überschattet.7 Man kann also von begrenzter Regime-Anpassung, nicht von vollzogenem Systemwechsel sprechen. Transformativ war der Hirak gesellschaftlich. Politisch-institutionell blieb der Kern des Systems stabil und bremst echte Demokratisierung.7 Die Corona-Pandemie führte ab dem März 2020 zu einem Stillstand der Protestbewegung im physischen Raum.2

Sri Lanka (2022)

Die Proteste der Aragalaya (singhalesisch, wörtlich: „Der Kampf“) begannen im März 2022 und kulminierten im Juli 2022 im Sturz von Präsident Gotabaya Rajapaksa. Trigger waren Schuldenkrise, Treibstoff-, Lebensmittel- und Medikamentenmangel, Stromabschaltungen, Inflation und der massive Unmut über Korruption und Familienherrschaft der Rajapaksas.1

Die Proteste waren landesweit, mit einem ikonischen Zentrum in Colombo und der dortigen Stand-Promenade Galle Face. Sie brachten für Sri Lanka ungewöhnlich breite, klassen- und teilweise auch Ethnien-übergreifende Bündnisse hervor.2 Exakte Prozentzahlen fehlen, doch Analysen betonen eine Beteiligung über soziale, religiöse und sprachliche Grenzen hinweg.

Aragalaya begann überwiegend gewaltfrei. Über Monate hinweg prägten kreative, friedliche Formen des Protests das Bild: Straßenkunst, Musik, Kerzenwachen und die langfristige Besetzung des „GotaGoGama“-Lagers vor dem Sekretariat des Präsidenten in Colombo.3 Gewalt entstand vor allem durch Angriffe regierungsnaher Gruppen sowie einzelne Eskalationen nach dem 9. Mai. Insgesamt blieb die Bewegung im Selbstverständnis nichtmilitant, auch wenn es später Plünderungen, Brandstiftungen und Gegengewalt gab.4 Häufig zitierte Zahlen sprechen von mindestens zehn Todesopfern, mehr als 250 Verletzten und über 600 Festnahmen.

Zentral für die Mobilisierung waren spontane Bürgernetzwerke, Studierende, Künstler:innen, Gewerkschafter:innen, Berufsverbände und ein breites urbanes Publikum. Anders als frühere Mobilisierungen war Aragalaya kein Parteiprotest, sondern eine gesellschaftliche Querfront gegen die politische Klasse.2 Viele Demonstrierende äußerten auch Kritik an der parlamentarischen Opposition. Die Proteste gehören zu den ersten der weltweiten so genannten Gen-Z-Proteste.

Das Militär hielt den Staat funktionsfähig, übernahm jedoch nicht offen die Macht. Der unmittelbare Machtwechsel verlief verfassungsmäßig: Nach der Besetzung zentraler Gebäude floh Präsident Rajapaksa am 13. Juli 2022; das Parlament wählte Ranil Wickremesinghe zum Nachfolger.5 Das bedeutete zunächst Elitenkontinuität unter neuem Personal. Viele sahen darin zunächst eine Neutralisierung der Revolte.

Doch die Wahlen 2024 markieren Wendepunkte. Der Oppositionskandidat Anura Kumara Dissanayake gewann im September die Präsidentschaftswahl. Das linke Bündnis National People’s Power (NPP), dem er angehört, erhielt bei Parlamentswahlen am 14. November eine Zweidrittelmehrheit – und damit ein klares Mandat für weitreichende Veränderungen. Dies gilt als Abkehr von den traditionellen politischen Dynastien, als Mandat für Reformen gegen Korruption und Vetternwirtschaft. Bemerkenswert ist der Erfolg der NPP auch in tamilisch geprägten Regionen wie Jaffna,6, was als Signal für eine stärkere nationale Einheit über ethnische Grenzen hinweg gewertet wird.

Die Regierung betont Transparenz, soziale Gerechtigkeit und eine Abkehr von der bisherigen Wirtschaftspolitik. Sie führte strenge Anti-Korruptionsmaßnahmen ein, verfolgt die Rückführung veruntreuter Staatsgelder und will demokratische Institutionen stärken7. Erste Schritte zur Stabilisierung sind erfolgt, die vollständige Umsetzung von Governance-Reformen bleibt eine zentrale Aufgabe.

Bangladesch (2024–2026)

Die Massenproteste in Bangladesch entwickelten sich zwischen Juli und August 2024 aus zunächst studentischen Demonstrationen gegen ein als ungerecht empfundenes Quotensystem im öffentlichen Dienst zu einer landesweiten Revolte gegen die Regierung unter Premierministerin Sheikh Hasina. Der eigentliche „Triggerpunkt“ war somit formal eine arbeitsmarktpolitische Regelung. In der politischen Dynamik wurde sie jedoch zum Symbol für tiefere strukturelle Probleme: Autoritarismus, Wahlmanipulation, Korruption, Repression und ökonomische Perspektivlosigkeit junger Menschen.1

Die Proteste erreichten innerhalb weniger Wochen eine landesweite Dimension. Sie begannen in der Metropole Dhaka und anderen Universitätsstädten, breiteten sich jedoch rasch auf Distriktstädte und ländlichere Regionen aus.2 Anders als frühere urbane Protestbewegungen erfassten sie nahezu das gesamte Staatsgebiet. Angesichts der flächendeckenden Mobilisierung, der Beteiligung verschiedener sozialer Gruppen und der politischen Lähmung des Landes kann von einer der größten Protestbewegungen in der Geschichte Bangladeschs gesprochen werden.¹

In ihrer Anfangsphase waren die Proteste überwiegend gewaltfrei organisiert (Märsche, Sit-ins, digitale Mobilisierung). Die Eskalation ging maßgeblich von staatlicher Seite aus. Sicherheitskräfte reagierten mit massiver Gewalt, einschließlich scharfer Munition gegen Demonstrierende. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen wurden bis zu 1.400 Menschen getötet, Tausende verletzt und Zehntausende festgenommen.3 Diese Repression zählt zu den schwersten staatlichen Gewaltanwendungen gegen Protestbewegungen in der jüngeren Geschichte.

Zivilgesellschaftlich wurde die Bewegung vor allem von Studierenden, jungen urbanen Mittelschichten, digitalen Aktivistennetzwerken und später auch breiteren gesellschaftlichen Gruppen getragen.2 Die Proteste waren stark anti-elitär und systemkritisch ausgerichtet.

Die Rolle des Militärs war entscheidend für den Machtwechsel. Unter dem Druck der eskalierenden Proteste und angesichts der massiven Gewalt verlor die Regierung Hasina die Kontrolle; am 5. August 2024 trat sie zurück und verließ das Land.4 In der Folge übernahm eine Interimsregierung unter Professor Muhammad Yunus die Macht. Sie wurde ausdrücklich mit der Aufgabe betraut, Stabilität wiederherzustellen und einen demokratischen Übergang zu organisieren.

Die Übergangsphase mündete in die Parlamentswahlen vom 12. Februar 2026. Mit über 127 Millionen Wahlberechtigten handelte es sich um eine der größten demokratischen Abstimmungen weltweit. Die Wahlen wurden unter internationaler Beobachtung durchgeführt und galten im Vergleich zu den stark kritisierten Urnengängen der Vorjahre als deutlich offener und kompetitiver, auch wenn es Berichte über Unregelmäßigkeiten und Gewalt gab.5

Das Ergebnis markiert einen politischen Umbruch: Die Bangladesh Nationalist Party (BNP) unter Tarique Rahman errang eine Zweidrittelmehrheit im Parlament. Gleichzeitig erzielte die als islamistisch eingestufte Jamaat-e-Islami ihr historisch bestes Ergebnis und wurde zur stärksten Oppositionskraft im Parlament.6 Mit der Vereidigung Tarique Rahmans als Premierminister im Februar 2026 endete die Übergangsphase. Die neue Regierung steht vor den Herausforderungen der wirtschaftlichen Stabilisierung, der Wiederherstellung von Rechtsstaatlichkeit, der Reform des Sicherheitsapparats und der Überbrückung tiefer gesellschaftlicher Spaltungen.7 Die Gewalt von 2024 und der Wahlausschluss der zuvor regierenden Awami League haben diese vertieft.

Das Ende der autoritären Regierung und die Parlamentswahl markieren einen Regimewechsel mit demokratischem Anspruch. Internationale Beobachter bewerten die Wahl als wichtigen Schritt zur Wiederherstellung politischer Partizipation nach Jahren autoritärer Herrschaft.⁶ Doch zentrale strukturelle Probleme bleiben bestehen: Politisierte Institutionen, schwache Gewaltenteilung, systemische Korruption und Klientel-Wirtschaft, der zunehmende Einfluss islamistischer Gruppierungen in allen Bereichen des Lebens, sowie die Gefahr, dass neue Eliten alte Machtmuster reproduzieren.8 Der Transformationsprozess ist daher als offen und konflikthaft zu charakterisieren.

Nepal 2025/26

Die Protestwelle in Nepal im September 2025 war eine landesweite Erschütterung der politischen Ordnung.[1] Auslöser war das Verbot von 26 sozialen Medienplattformen Anfang September 2025, offiziell aus regulatorischen Gründen.[2] Die Blockade traf eine junge, digital vernetzte Bevölkerung in einem Moment, in dem die Unzufriedenheit über Korruption, Nepotismus und mangelnde Beschäftigungsperspektiven inklusive massiver Abwanderung junger Arbeitskräfte bereits sehr hoch war.[3] Die Kritik richtete sich weniger gegen die Regierung oder eine Partei, sondern gegen strukturelle Defizite des politischen Systems.[4]

Die Proteste wurden maßgeblich von einer Gen-Z-Bewegung getragen, die sich zunächst spontan und auffallend dezentral organisierte.[5] Innerhalb eines Tages entwickelten sich die Demonstrationen vom Protest in Kathmandu zu einer landesweiten Mobilisierung.[6] Die Kathmandu Post berichtete bereits am 9. September, dass Demonstrationen in einer Vielzahl von Groß- und Kleinstädten stattfanden.[7] Eine Beteiligungsquote ist nicht verfügbar; angesichts der schnellen Eskalation und Ausdehnung kann von einer breiten, generationell geprägten Massenmobilisierung gesprochen werden.[8]

Die Demonstrationen begannen friedlich, doch eskalierte die Situation rasch: Sicherheitskräfte setzten bereits am ersten Protesttag scharfe Munition ein, während Teile der Protestierenden Regierungsgebäude angriffen und in Brand setzten.[9] Innerhalb von zwei Tagen kamen 76 Menschen ums Leben, über 2.000 wurden verletzt.[10] Systematische Massengewalt gab es nicht, doch die Eskalation markiert einen Bruch mit der überwiegend gewaltfreien Protest-Tradition in Nepal und verweist auf tiefe Frustration gegenüber dem Staat und den Kulturwandel.[11]

Zivilgesellschaftlich getragen wurde die Bewegung vor allem von Studierenden, jungen urbanen Mittelschichten und digital vernetzten Aktivist:innen, denen sich viele Menschen anschlossen, von Banker:innen über Taxifahrer bis Kinder von Landwirten.[12] Klassische Parteien spielten keine Rolle.[13] Erst im weiteren Verlauf versuchten oppositionelle Kräfte, den Protest politisch zu kanalisieren.[14] Charakteristisch war die Ablehnung der gesamten etablierten politischen Elite, nicht nur einzelner Akteure.[15]

In den zugänglichen Berichten erscheint das Militär vor allem als Sicherheitsgarant und als Machtfaktor in der Herstellung des Übergangs, es übernahm zeitweise die Sicherheitskontrolle im Kathmandu-Tal, um den Zusammenbruch staatlicher Ordnung zu verhindern.[16] Der unmittelbare Machtwechsel erfolgte politisch: Premierminister K. P. Sharma Oli trat am 9. September zurück, dem zweiten Protesttag, nachdem sein Kabinett kollabiert war.[17]

Das Machtvakuum wurde durch eine Interimsregierung unter der ehemaligen Obersten Richterin Sushila Karki gefüllt.[18] Ihre Aufgabe bestand explizit darin, Stabilität wiederherzustellen und freie Wahlen innerhalb weniger Monate zu organisieren.[19] Bemerkenswert ist, dass die politische Energie der Straße nicht im Protestraum steckenblieb. Gen-Z-Netzwerk wirkten auf den von der Wahlkommission aufgestellten Verhaltenskodex ein und eine hohe Transparenz bei der Überwachung dessen Einhaltung.[20] In sozialen Medien verbreiteten sie unabhängige Analysen über die Kandidat:innen.[21] Sie beeinflussten Wahlprogramme der Parteien.[22] Sie mobilisierten weite Bevölkerungsteile, für gute Regierungsführung zu stimmen, für die Überwindung systemischer Korruption und struktureller Ungleichheit.[23]

Die Parlamentswahlen fanden am 5. März 2026 statt und waren nach den verfügbaren Berichten und eigenen Beobachtungen im Land insgesamt geordnet und friedlich.[24] Die Wahlbeteiligung betrug rund 60 Prozent.[25] Politisch führte der Urnengang zu einem dramatischen Umbruch: Die junge, stark von der Protestbewegung getragene Rastriya Swatantra Party (RSP) errang einen überwältigenden Sieg und verdrängte die traditionellen Parteien.[26] Etwa 40 Prozent der neu gewählten Abgeordneten sind unter 40 Jahre alt.[27]

Am 27. März 2026 wurde der frühere Kathmandu-Bürgermeister Balendra („Balen“) Shah zum Premierminister ernannt, der war stark von der Protestbewegung legitimiert wurde.[28] Seine Regierung gilt als jung, reformorientiert und anti-korruptiv, steht jedoch vor erheblichen Herausforderungen (u.a. Wirtschaftskrise, Abwanderung, strukturelle Schwäche und Ineffizienz staatlicher Institutionen).[29]

Die bestehende föderale Demokratie blieb intakt.[30] Innerhalb des Systems ist ein klarer Transformationsauftrag erkennbar:[31]
– massive Delegitimierung der traditionellen Parteien[32]
– Aufstieg neuer politischer Akteure[33]
– stärkere politische Beteiligung junger, digital mobilisierter Generationen[34]
– erhöhte Anforderungen an Transparenz und Rechenschaft.[35]

Der begonnene Transformationsprozess ist offen und konflikthaft.[36] Seine langfristige Richtung wird stark von der Leistungsfähigkeit und Glaubwürdigkeit der neuen Regierung wie des Parlaments abhängen, ebenso davon, in welchem Umfang Gen-Z-Aktivist:innen eine zivilgesellschaftliche Watchdog-Funktion wahrnehmen und sich in den politischen Dialog einbringen.[37]

Konklusion

Massenproteste delegitimieren Regime und können politische Eliten zum Rückzug zwingen. Die untersuchten Fälle zeigen jedoch ein wiederkehrendes Muster: Der Sturz einer Regierung markiert fast nie einen klaren Übergang zu stabiler Demokratie. Vielmehr eröffnet er eine Phase hoher Unsicherheit, in der sich entscheidet, ob aus massenhafter Mobilisierung nachhaltige politische Transformation entsteht – oder ob bestehende Machtstrukturen sich neu formieren.

In allen untersuchten Ländern verstand sich der Kern der Protestbewegungen als friedlich. Eine explizite, kollektiv getragene Entscheidung zivilgesellschaftlicher Akteure für Gewaltfreiheit – verbunden mit systematischer Vorbereitung, Schulung und durchgängig gewaltfreien Aktionsformen, wie dies 1984-86 auf den Philippinen der Fall war – ist jedoch aus keinem der betrachteten Kontexte bekannt. Inwieweit eine tiefere gesellschaftliche Verankerung von Gewaltfreiheit dazu beiträgt, Transformationsprozesse erfolgreicher zu gestalten, ist eine offene Forschungsfrage.

Die neueren Fälle Sri Lanka, Bangladesch und Nepal verdeutlichen, dass sich die Dynamik von Protestbewegungen verändert: Sie sind stärker digital vernetzt, generationell geprägt und richten sich häufig explizit gegen das gesamte politische System. Diese Bewegungen verfügen über ein erhebliches Mobilisierungspotenzial, stehen jedoch ebenso vor der Herausforderung, ihre Energie in kohärente politische Prozesse zu überführen.

Massenproteste führen nur dann zu tiefgreifendem Wandel, wenn sie in institutionelle Prozesse übersetzt werden. Wo organisierte zivilgesellschaftliche Akteure vorhanden sind und Übergangsarrangements aushandeln, entstehen zumindest Ansätze für Reformprozesse. Wo hingegen Militär oder etablierte Eliten das Machtvakuum dominieren – wie in Ägypten, Sudan oder Algerien –, bleibt der strukturelle Wandel begrenzt oder wird aktiv zurückgedrängt. Zugleich zeigt sich in allen untersuchten Fällen, dass die zivilgesellschaftlichen Bewegungen vor Beginn der Mobilisierung kaum ausgearbeitete Strategien dafür hatten, wie die angestrebte Transformation konkret gestaltet und umgesetzt werden soll.

Der entscheidende Faktor ist nicht der Moment des Umsturzes selbst, sondern die Phase danach – und deren durchdachte Planung. Transformation wird möglich, wenn es gelingt, institutionelle Reformen durchzusetzen, Macht zu kontrollieren und zu verteilen sowie Vertrauen in staatliche Strukturen wiederherzustellen. Dafür bedarf es strategischer Klarheit, langfristiger Perspektiven – und der Teilhabe aller gesellschaftlicher Akteursgruppen.

Der Moment des Umsturzes gehört der Straße. Die Zukunft eines Landes entscheidet sich danach – in der Fähigkeit, Protest in tragfähige politische Ordnung zu übersetzen.


Der Autor Peter Dietzel war von 1981 bis 2020 in der Entwicklungszusammenarbeit mit Bangladesch tätig und in den achtziger Jahren für die Überwindung der Diktatur auf den Philippinen engagiert. Seit 2021 setzt er sich für Friedensthemen in Nepal ein. Die Inhalte des Essays zu Tunesien, Ägypten, Sudan, Algerien und Sri Lanka entstammen vorwiegend der Internet-Recherche sowie aus persönlichen Gesprächen.


Fußnoten Tunesien

1 Encyclopaedia Britannica. “Jasmine Revolution (Tunisia 2010–2011).” 2011. https://www.britannica.com
2 Anderson, Lisa. “Demystifying the Arab Spring.” Foreign Affairs 90, no. 3 (2011). https://www.foreignaffairs.com
3 Human Rights Watch. Tunisia: Events of 2011. New York: HRW, 2012. https://www.hrw.org
4 Beinin, Joel, and Frédéric Vairel (eds.). Social Movements, Mobilization, and Contestation in the Middle East and North Africa. Stanford: Stanford University Press, 2013.
5 Bellin, Eva. “Reconsidering the Robustness of Authoritarianism in the Middle East.” Comparative Politics 44, no. 2 (2012).
6 Carter Center. Observing the 2011 Constituent Assembly Elections in Tunisia. Atlanta: Carter Center, 2012. https://www.cartercenter.org
7 Nobel Prize Committee. “The Tunisian National Dialogue Quartet – Nobel Peace Prize 2015.” https://www.nobelprize.org
8 Freedom House. Freedom in the World 2025: Tunisia. Washington, DC: Freedom House, 2025. https://freedomhouse.org

Fußnoten Ägypten

1 Encyclopaedia Britannica. “Egypt Uprising of 2011.” 2011. https://www.britannica.com/event/Egypt-Uprising-of-2011
2 Reuters. “Millions Rally in Egypt as Protests Peak,” February 2011. https://www.reuters.com
3 Amnesty International. Egypt Rises: Killings, Detentions and Torture During the 2011 Uprising. London: Amnesty International, 2011. https://www.amnesty.org
4 Castells, Manuel. Networks of Outrage and Hope: Social Movements in the Internet Age. Cambridge: Polity Press, 2012.
5 International Crisis Group. Popular Protest in North Africa and the Middle East (I): Egypt Victorious? Brussels: ICG, 2011. https://www.crisisgroup.org
6 Carter Center. Egypt’s 2012 Presidential Election: Final Report. Atlanta: Carter Center, 2013. https://www.cartercenter.org
7 Human Rights Watch. Egypt: Events of 2013. New York: HRW, 2014. https://www.hrw.org
8 Freedom House. Freedom in the World 2025: Egypt. Washington, DC: Freedom House, 2025. https://freedomhouse.org

Fußnoten Sudan

1 Encyclopaedia Britannica. “Sudan Uprising of 2018–2019.” 2019. https://www.britannica.com
2 International Crisis Group. Safeguarding Sudan’s Revolution. Brussels: ICG, 2019. https://www.crisisgroup.org
3 Gallopin, Jean-Baptiste. “The Dynamics of Sudan’s Protests.” Journal of Democracy 30, no. 4 (2019).
4 Human Rights Watch. Sudan: Deadly Crackdown on Protesters. New York: HRW, 2019. https://www.hrw.org
5 BBC News. “Sudan Protests: Women at the Forefront of the Revolution.” 2019. https://www.bbc.com
6 Reuters. “Sudan’s Bashir Ousted by Military After Months of Protests.” April 11, 2019. https://www.reuters.com
International Crisis Group. Negotiating Sudan’s Transition. Brussels: ICG, 2019.
7 Bertelsmann Stiftung. BTI 2026 Country Report: Sudan. Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, 2026. https://bti-project.org
8 United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (OCHA). Sudan Humanitarian Update. 2024–2025. https://www.unocha.org

Fußnoten Algerien

1 International Crisis Group. Algeria’s Protest Movement: The Risks of Entrenched Stalemate. Brussels: ICG, 2019. https://www.crisisgroup.org
2 Volpi, Frédéric. “Algeria’s Hirak Movement and the Limits of Protest.” Mediterranean Politics 25, no. 5 (2020).
3 Reuters. “Hundreds of Thousands Rally in Algiers Against Bouteflika,” March 29, 2019. https://www.reuters.com
4 Amnesty International. Algeria: Crackdown on Protest Movement (Hirak). London: Amnesty International, 2019–2020. https://www.amnesty.org
5 BBC News. “Algeria’s Bouteflika Resigns After Weeks of Protests,” April 2, 2019. https://www.bbc.com
Reuters. “Algeria’s Army Pushes for Bouteflika Exit,” 2019. https://www.reuters.com
6 Al Jazeera. “Algeria Election: Abdelmadjid Tebboune Wins Presidency,” December 2019. https://www.aljazeera.com
Reuters. “Low Turnout Mars Algeria Presidential Vote,” 2019. https://www.reuters.com
7 Freedom House. Freedom in the World 2025: Algeria. Washington, DC: Freedom House, 2025. https://freedomhouse.org

Fußnoten Sri Lanka

1 World Bank. Sri Lanka Development Update: Economic Crisis and Policy Responses. Washington, DC: World Bank, 2022. https://www.worldbank.org
International Monetary Fund (IMF). Sri Lanka: Staff Report for the 2022 Article IV Consultation. Washington, DC: IMF, 2022. https://www.imf.org
2 International Crisis Group. Sri Lanka’s Crisis: Causes, Consequences and Prospects. Brussels: ICG, 2022. https://www.crisisgroup.org
Wickramasinghe, Nira. “Sri Lanka’s Aragalaya: Protest, Politics and Society.” Contemporary South Asia 31, no. 3 (2023).
3 BBC News. “Sri Lanka Protests: Inside the ‘GotaGoGama’ Movement.” 2022. https://www.bbc.com
Reuters. “Sri Lanka Protesters Occupy Key Sites in Colombo,” 2022. https://www.reuters.com
4 Human Rights Watch. Sri Lanka: Events of 2022. New York: HRW, 2023. https://www.hrw.org
Amnesty International. Sri Lanka 2022: Human Rights Report. London: Amnesty International, 2023. https://www.amnesty.org
5 Reuters. “Sri Lanka President Rajapaksa Flees Amid Protests,” July 2022. https://www.reuters.com
BBC News. “Sri Lanka Crisis: Wickremesinghe Elected President,” 2022. https://www.bbc.com
6 Al Jazeera. “Sri Lanka Election 2024: Dissanayake Victory Explained,” 2024. https://www.aljazeera.com
Reuters. “Sri Lanka Opposition Sweeps Elections,” 2024. https://www.reuters.com
7 Freedom House. Freedom in the World 2025: Sri Lanka. Washington, DC: Freedom House, 2025. https://freedomhouse.org
Bertelsmann Stiftung. BTI 2026 Country Report: Sri Lanka. Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, 2026. https://bti-project.org

Fußnoten Bangladesch

1 The Daily Star. “Quota Reform Protests Turn Nationwide,” 2024. https://www.thedailystar.net
2 The Daily Star. “Protests Spread Beyond Dhaka,” 2024. https://www.thedailystar.net
3 United Nations Office of the High Commissioner for Human Rights (OHCHR). “Bangladesh: Report on Violence During Protests,” 2024. https://www.ohchr.org
4 Reuters. “Bangladesh PM Sheikh Hasina Resigns Amid Protests,” August 2024. https://www.reuters.com
BBC News. “Bangladesh Crisis: Interim Government Formed,” 2024. https://www.bbc.com
5 The Daily Star. “Bangladesh Elections 2026: Voting and Turnout,” February 2026. https://www.thedailystar.net
6 Al Jazeera. “Bangladesh Election Results 2026 Explained,” 2026. https://www.aljazeera.com
Reuters. “BNP Wins Landslide in Bangladesh Elections,” 2026. https://www.reuters.com
7 The Guardian. “Tarique Rahman Sworn in as Prime Minister,” February 2026. https://www.theguardian.com
8 Freedom House. “Freedom in the World 2025: Bangladesh.” https://freedomhouse.org
Bertelsmann Stiftung. “BTI 2026 Country Report: Bangladesh.” https://bti-project.org

Fußnoten Nepal

[1] The Kathmandu Post. “100 days later, September Gen Z revolt receives mixed reviews.” 18. Dezember 2025. https://kathmandupost.com/national/2025/12/18/100-days-later-september-gen-z-revolt-receives-mixed-reviews

[2] Krishana Prasain. The Kathmandu Post. “Only Hamro Patro, X respond as Nepal bars 26 social sites.” 5. September 2025. https://kathmandupost.com/national/2025/09/05/only-hamro-patro-x-respond-as-nepal-blocks-26-social-media-platforms-1757082149
Krishana Prasain. The Kathmandu Post. “Nepal bans Facebook and other major social media platforms over non-compliance.” 4. September 2025. https://kathmandupost.com/national/2025/09/04/nepal-bans-facebook-and-other-major-social-media-platforms-over-non-compliance

[3] Freedom House. Freedom in the World 2025: Nepal. Washington, DC: Freedom House, 2025. https://freedomhouse.org/country/nepal/freedom-world/2025

[4] Bertelsmann Stiftung. BTI 2026 Country Report: Nepal. Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, 2026. https://bti-project.org/en/reports/country-report/NPL
Rajesh Mishra. The Kathmandu Post. “No country for young political leaders.” 23. September 2025. https://kathmandupost.com/politics/2025/09/23/no-country-for-young-political-leaders

[5] Aarati Ray. The Kathmandu Post. “How Nepal’s enraged Gen Z turned Discord into a political arena.” 29. September 2025. https://kathmandupost.com/politics/2025/09/29/how-nepal-s-enraged-gen-z-turned-discord-into-a-political-arena
The Kathmandu Post. “Nepal’s Gen Z uprising explained.” 8. September 2025. https://kathmandupost.com/national/2025/09/08/nepal-s-gen-z-uprising-explained

[6] The Kathmandu Post. “Gen Z protests against corruption and social media ban spread across country.” 9. September 2025. https://kathmandupost.com/national/2025/09/09/gen-z-protests-against-corruption-and-social-media-ban-spread-across-country

[7] Darunter: Damak, Birtamod, Itahari, Biratnagar, Janakpur, Bharatpur, Pokhara, Birgunj, Butwal, Bhairahawa, Tulsipur, Dhangadhi, Jhapa, Ilam, Dharan, Rautahat, Sindhuli, Hetauda, Chitwan, Nawalparasi, Dang, Surkhet, Kailali, Kanchanpur und Dadeldhura; The Kathmandu Post. “Gen Z protests against corruption and social media ban spread across country.” 9. September 2025. https://kathmandupost.com/national/2025/09/09/gen-z-protests-against-corruption-and-social-media-ban-spread-across-country

[8] Aarati Ray. The Kathmandu Post. “How Nepal’s enraged Gen Z turned Discord into a political arena.” 29. September 2025. https://kathmandupost.com/politics/2025/09/29/how-nepal-s-enraged-gen-z-turned-discord-into-a-political-arena

[9] The Kathmandu Post. “19 dead in Gen Z protests across Nepal.” 8. September 2025. https://kathmandupost.com/national/2025/09/08/19-dead-in-gen-z-protests-across-nepal
Human Rights Watch. “Nepal: Unlawful Use of Force During ‘Gen Z’ Protest.” 19. November 2025. https://www.hrw.org/news/2025/11/19/nepal-unlawful-use-of-force-during-gen-z-protest
BBC World Service Documentaries “Shot Like Enemies: Inside Nepal’s Gen Z uprising” 
https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=Idv4mMGHPLk&fbclid=IwY2xjawQNQOpleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEe3AbVNgjFxEwpypvgoOP2gR_Hzmi4AuZUlJlIvt6pDm1LSkYDyNxo6Tmn8uI_aem_Bp3AdQmIALYgwexsF-YK2A

[10] Amnesty International. “Nepal: Government must ensure accountability for unlawful killings and use of force during Gen Z protests.” 2025. https://www.amnesty.org/en/latest/news/2025/12/nepal-government-must-ensure-accountability-for-unlawful-killings-and-use-of-force-during-gen-z-protests/
Purushottam Poudel. The Kathmandu Post. “Global rights groups urge Nepal to unveil report on Gen Z protest crackdown.” 13. Februar 2026. https://kathmandupost.com/national/2026/02/13/international-rights-groups-call-karki-government-to-unveil-inquiry-reports
The Kathmandu Post. “Police form AIG-led panel to probe losses and lapses during Gen Z protests.” 29. Oktober 2025. https://kathmandupost.com/national/2025/10/29/police-form-aig-led-panel-to-probe-losses-and-lapses-during-gen-z-protests

[11] Freedom House. Freedom in the World 2025: Nepal. Washington, DC: Freedom House, 2025. https://freedomhouse.org/country/nepal/freedom-world/2025
Amnesty International. “Nepal: Government must ensure accountability for unlawful killings and use of force during Gen Z protests.” 2025. https://www.amnesty.org/en/latest/news/2025/12/nepal-government-must-ensure-accountability-for-unlawful-killings-and-use-of-force-during-gen-z-protests/

[12] The Kathmandu Post. “Politics has become everyone’s game in Nepal.” 26. Januar 2026. https://kathmandupost.com/politics/2026/01/26/politics-has-become-everyone-s-game-in-nepal

[13] Aarati Ray. The Kathmandu Post. “How Nepal’s enraged Gen Z turned Discord into a political arena.” 29. September 2025. https://kathmandupost.com/politics/2025/09/29/how-nepal-s-enraged-gen-z-turned-discord-into-a-political-arena

[14] The Kathmandu Post. “100 days later, September Gen Z revolt receives mixed reviews.” 18. Dezember 2025. https://kathmandupost.com/national/2025/12/18/100-days-later-september-gen-z-revolt-receives-mixed-reviews

[15] Aarati Ray. The Kathmandu Post. “How Nepal’s enraged Gen Z turned Discord into a political arena.” 29. September 2025. https://kathmandupost.com/politics/2025/09/29/how-nepal-s-enraged-gen-z-turned-discord-into-a-political-arena

[16] Gaurav Pokharel. The Kathmandu Post. “How Nepali Army stabilised situation and ushered in a new prime minister.” 30. September 2025. https://kathmandupost.com/politics/2025/09/30/how-nepali-army-stabilised-situation-and-ushered-in-a-new-prime-minister
The Kathmandu Post. “US welcomes appointment of Karki as interim prime minister.” 14. September 2025. https://kathmandupost.com/national/2025/09/14/us-welcomes-appointment-of-karki-as-interim-prime-minister

[17] The Kathmandu Post. “Prime Minister Oli resigns amid deadly protests.” 9. September 2025. https://kathmandupost.com/national/2025/09/09/prime-minister-oli-resigns-amid-deadly-protests
Gopal Sharma and Navesh Chitrakar. Reuters. “Nepal PM Oli resigns after violent anti-corruption protests, his aide says.” 9. September 2025. https://www.reuters.com

[18] The Kathmandu Post. “Nepal appoints Sushila Karki as first female executive head.” 13. September 2025. https://kathmandupost.com/politics/2025/09/13/nepal-appoints-sushila-karki-as-first-female-executive-head
The Kathmandu Post. “Prime Minister Sushila Karki assumes office.” 14. September 2025. https://kathmandupost.com/national/2025/09/14/prime-minister-sushila-karki-assumes-office

[19] The Kathmandu Post. “Nepal votes today.” 5. März 2026. https://kathmandupost.com/politics/2026/03/05/nepal-votes-today
The Kathmandu Post. “100 days later, September Gen Z revolt receives mixed reviews.” 18. Dezember 2025. https://kathmandupost.com/national/2025/12/18/100-days-later-september-gen-z-revolt-receives-mixed-reviews

[20] The Kathmandu Post. “Election code of conduct comes into effect.” 19. Januar 2026. https://kathmandupost.com/national/2026/01/19/election-code-of-conduct-comes-into-effect
The Kathmandu Post. “Poll observers find rampant violations of code of conduct.” 1. März 2026. https://kathmandupost.com/politics/2026/03/01/poll-observers-find-rampant-violations-of-code-of-conduct

[21] The Kathmandu Post. “As campaigns go digital, election integrity at stake.” 27. Januar 2026. https://kathmandupost.com/national/2026/01/27/as-campaigns-go-digital-election-integrity-at-stake
The Kathmandu Post. “How social media use is changing election outreach.” 22. Februar 2026. https://kathmandupost.com/politics/2026/02/22/how-social-media-use-is-changing-election-outreach

[22] The Kathmandu Post. “Gen Z activists optimistic but not satisfied with parties’ poll agendas.” 1. März 2026. https://kathmandupost.com/politics/2026/03/01/gen-z-activists-optimistic-but-not-satisfied-with-parties-poll-agendas

[23] The Kathmandu Post. “Gen Z activists optimistic but not satisfied with parties’ poll agendas.” 1. März 2026. https://kathmandupost.com/politics/2026/03/01/gen-z-activists-optimistic-but-not-satisfied-with-parties-poll-agendas

[24] The Kathmandu Post. “Nepal votes today.” 5. März 2026. https://kathmandupost.com/politics/2026/03/05/nepal-votes-today

[25] Binod Ghimire. The Kathmandu Post. “Voter turnout revised to 60 percent, lowest since 1991.” 12. März 2026. https://kathmandupost.com/national/2026/03/12/voter-turnout-revised-to-60-percent-lowest-since-1991

[26] The Kathmandu Post. “RSP surges ahead in FPTP and proportional vote counts.” 7. März 2026. https://kathmandupost.com/politics/2026/03/07/rsp-surges-ahead-in-fptp-and-proportional-vote-counts-1772896154
The Kathmandu Post. “Defectors from established parties ride RSP wave to victory.” 12. März 2026. https://kathmandupost.com/national/2026/03/12/defectors-from-established-parties-ride-rsp-wave-to-victory
The Kathmandu Post. “Traditional parties suffer major setback in PR vote.” 14. März 2026. https://kathmandupost.com/national/2026/03/14/traditional-parties-suffer-major-setback-in-pr-vote

[27] The Kathmandu Post. “Young representatives of a young country.” 9. März 2026. https://kathmandupost.com/national/2026/03/09/young-representatives-of-a-young-country
The Kathmandu Post. “Youthquake in Parliament.” 9. März 2026. https://kathmandupost.com/editorial/2026/03/09/youth-quake-in-parliament

[28] The Kathmandu Post. “Balendra Shah appointed prime minister.” 27. März 2026. https://kathmandupost.com/national/2026/03/27/balendra-shah-appointed-prime-minister
The Kathmandu Post. “Balendra Shah sworn in as prime minister.” 27. März 2026. https://kathmandupost.com/national/2026/03/27/balendra-shah-sworn-in-as-prime-minister

[29] The Kathmandu Post. “Challenges of Nepal’s new leadership.” 12. März 2026. https://kathmandupost.com/columns/2026/03/12/nepal-s-new-leadership-s-challenges
Bertelsmann Stiftung. BTI 2026 Country Report: Nepal. Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, 2026. https://bti-project.org/en/reports/country-report/NPL

[30] Freedom House. Freedom in the World 2025: Nepal. Washington, DC: Freedom House, 2025. https://freedomhouse.org/country/nepal/freedom-world/2025

[31] Freedom House. Freedom in the World 2025: Nepal. Washington, DC: Freedom House, 2025. https://freedomhouse.org/country/nepal/freedom-world/2025
Bertelsmann Stiftung. BTI 2026 Country Report: Nepal. Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, 2026. https://bti-project.org/en/reports/country-report/NPL

[32] The Kathmandu Post. “RSP surges ahead in FPTP and proportional vote counts.” 7. März 2026. https://kathmandupost.com/politics/2026/03/07/rsp-surges-ahead-in-fptp-and-proportional-vote-counts-1772896154
The Kathmandu Post. “Defectors from established parties ride RSP wave to victory.” 12. März 2026. https://kathmandupost.com/national/2026/03/12/defectors-from-established-parties-ride-rsp-wave-to-victory

[33] The Kathmandu Post. “Defectors from established parties ride RSP wave to victory.” 12. März 2026. https://kathmandupost.com/national/2026/03/12/defectors-from-established-parties-ride-rsp-wave-to-victory
The Kathmandu Post. “Traditional parties suffer major setback in PR vote.” 14. März 2026. https://kathmandupost.com/national/2026/03/14/traditional-parties-suffer-major-setback-in-pr-vote

[34] The Kathmandu Post. “Young representatives of a young country.” 9. März 2026. https://kathmandupost.com/national/2026/03/09/young-representatives-of-a-young-country
The Kathmandu Post. “Youthquake in Parliament.” 9. März 2026. https://kathmandupost.com/editorial/2026/03/09/youth-quake-in-parliament

[35] The Kathmandu Post. “Election code of conduct comes into effect.” 19. Januar 2026. https://kathmandupost.com/national/2026/01/19/election-code-of-conduct-comes-into-effect
The Kathmandu Post. “Poll observers find rampant violations of code of conduct.” 1. März 2026. https://kathmandupost.com/politics/2026/03/01/poll-observers-find-rampant-violations-of-code-of-conduct

[36] Freedom House. Freedom in the World 2025: Nepal. Washington, DC: Freedom House, 2025. https://freedomhouse.org/country/nepal/freedom-world/2025
Bertelsmann Stiftung. BTI 2026 Country Report: Nepal. Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, 2026. https://bti-project.org/en/reports/country-report/NPL

[37] The Kathmandu Post. “Challenges of Nepal’s new leadership.” 12. März 2026. https://kathmandupost.com/columns/2026/03/12/nepal-s-new-leadership-s-challenges
Bertelsmann Stiftung. BTI 2026 Country Report: Nepal. Gütersloh: Bertelsmann Stiftung, 2026. https://bti-project.org/en/reports/country-report/NPL

Kathmandu, 8. September 2025. Foto: Skanda Gautam