Friedensarbeit in Nepal – Vortrag an der VHS Wetzlar

Rund 30 Interessierte kamen am 6. Juni 2025 in die Volkshochschule Wetzlar, um sich über den Friedensprozess in Nepal zu informieren. Referent war der Schreiner und Publizist Peter Dietzel aus Niedergirmes, der selbst drei Jahre lang als Friedensfachkraft in dem südasiatischen Land tätig war.

Dietzel schilderte eindrucksvoll die Hintergründe des jahrelangen Bürgerkriegs zwischen maoistischen Rebellen und staatlichen Sicherheitskräften, der über 17.000 Menschen das Leben kostete. Mutige Initiativen aus der Bevölkerung hätten schließlich ein Friedensabkommen möglich gemacht und Nepal auf den Weg in eine demokratische Zukunft geführt.

Besonders bewegend war Dietzels Erzählen über das Engagement der Kriegswitwen. Diese hätten sich anfangs gegenseitig für den Tod ihrer Ehemänner verantwortlich gemacht – durch die Gewalt der jeweiligen Gegenseite. Mit Unterstützung aus Deutschland hätten sich einige von ihnen zu Friedensmoderatorinnen ausbilden lassen. Erst dadurch sei ein Dialog zwischen beiden Seiten des Kriegs möglich geworden: Die Frauen erzählten sich untereinander ihre Geschichten und trauerten gemeinsam. Heute setzen sie sich Seite an Seite für ihre Rechte und die Bildung ihrer Kinder ein. Getragen werde diese Versöhnungsarbeit vor allem von nepalesischen Frauenrechtsorganisationen.

Mit großer Aufmerksamkeit verfolgten die Zuhörer weitere Beispiele gelebter Friedensarbeit: etwa die Gestaltung von Friedensmuseen durch Kriegsopfer, den schwierigen Neuanfang Überlebender sexueller Gewalt oder den Einsatz gesellschaftlich benachteiligter Gruppen gegen die Ursachen der Gewalt.

Dietzels Einsatz in Nepal erfolgte im Rahmen des Zivilen Friedensdienstes – einem vom Bundesentwicklungsministerium geförderten Programm, das weltweit in 45 Ländern gewaltfreie Konfliktlösungen unterstützt.

Im Anschluss an den Vortrag diskutierten die Teilnehmenden über Impulse für ein friedlicheres Miteinander vor Ort. Viele äußerten sich am Ende berührt und inspiriert – und artikulierten, neue Denkanstöße und Ermutigung aus der Veranstaltung mitgenommen zu haben.